Schwachsichtigkeit

Schwachsichtigkeit

Ein schwachsichtiges Auge sieht schlecht, auch wenn Brillengläser oder Kontaktlinsen verwendet werden. Die korrekte medizinische Bezeichnung ist Amblyopie. Eine Amblyopie kann im Vorschulalter entstehen wenn …

  • eine Verletzung oder Krankheit (z.B. Trübung der Augenlinse) die Sehfähigkeit eines Auges beeinträchtigt.
  • ein Auge wesentlich schlechter sieht. Dies kann passieren, wenn nur auf einen Auge eine stärkere Fehlsichtigkeit (Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung) besteht, welche nicht durch Brillengläser kompensiert wurde.
  • ein Schielen besteht.

 

In den drei oben genannten Fällen wird vom Gehirn häufig der Seheindruck von einem Auge ignoriert. Dies kann zu einer Amblyopie führen. Eine Person mit einer Amblyopie bemerkt in der Regel keine Einschränkung in der Sehfähigkeit, solange das bessere Auge nicht abgedeckt wird. Eine Amblyopie wird eher selten von Krankheiten oder Verletzungen verursacht. In der Regel ist ein amblyopes Auge völlig gesund. Im Falle einer Amblyopie ist es wichtig den Grund herauszufinden und geeignete Massnahmen einzuleiten.

 

Behandlung der Amblyopie

Eine Amblyopie kann auch noch nach dem elften Lebensjahr behandelt werden. Je früher das Problem behandelt wird, desto einfacher ist es einen Erfolg zu erzielen.

Ist ein Schielen die Ursache einer Amblyopie, bleibt das Schielen in der Regel auch nach einer erfolgreichen Behandlung der Amblyopie bestehen.

 

Die verschiedenen Behandlungsformen der Amblyopie

  • Vollständige Blockierung der Sicht des besseren Auges (z.B. durch Augenpflaster) oder Augentropfen die das bessere Auge für eine Zeit lang „lähmen“. So wird das schlechtere Auge „zur Arbeit gezwungen“ und die Sehfähigkeit verbessert sich. Diese Methoden werden in der Schweiz nur von Augenärzten angewendet.
  • Leicht trübende Brillenbrillengläser vor dem besseren Auge. Die Trübung wird so stark gewählt, dass das schwachsichtige Auge deutlicher sieht, als bessere Auge. Auf diese Weise wird das schlechtere Auge „zur Arbeit gezwungen“ und die Sehfähigkeit verbessert sich.
  • Spezielle Sichtblockierungen die dazu führen, dass das rechte Auge das rechte Gesichtsfeld überblicken kann und das linke Auge das linke Gesichtsfeld überblicken kann. Auf diese Weise muss sich auch das schlechtere Auge ständig am Sehprozess beteiligen und die Sehfähigkeit des schlechteren Auges verbessert sich.
  • Brillengläser, welche eine bestehende Fehlsichtigkeit des schlechteren Auges kompensieren.
  • Ein Visualtrainingsprogramm, welches hilft die Sehfähigkeit beider Augen auf ein gleiches Niveau zu bringen. Anschliessend hilft Visualtraining das Augenzusammenspiel zu normalisieren.

 

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